Windenergie erzeugt in der Schweiz nur einen kleinen Teil des Stroms, obwohl sie gerade im Winter liefert, wenn die Sonne fehlt und die Stauseen sinken. Der Ausbau scheitert selten an der Technik und fast immer an Verfahren.
Ein Projekt braucht Jahre. Zuerst Messungen, dann Planung, dann eine Bewilligung, gegen die Einsprachen möglich sind – von Anwohnern, Naturschutzorganisationen und Gemeinden, die eine Landschaft schützen wollen, von der sie leben.
Die Argumente sind nicht vorgeschoben. Ein Windrad verändert eine Aussicht, erzeugt Geräusche und gefährdet Vögel und Fledermäuse. Studien zeigen jedoch, dass Standortwahl und Abschaltzeiten das Risiko für Tiere erheblich verringern können.
Auffällig ist, wie stark die Akzeptanz von der Beteiligung abhängt. Wo eine Gemeinde selbst beteiligt ist und ein Teil des Ertrags im Dorf bleibt, wird viel häufiger zugestimmt als dort, wo ein auswärtiges Unternehmen ein Projekt vorlegt.
Damit verschiebt sich die Debatte. Sie dreht sich weniger um Windenergie als um die Frage, wem eine Landschaft gehört und wer über ihre Nutzung bestimmt. Diese Frage stellt sich bei Solaranlagen in den Alpen ähnlich.
Unbequem bleibt eine Rechnung. Wer im Winter Strom braucht, aber weder Wind noch alpine Solaranlagen noch Gaskraftwerke will, entscheidet sich für Import – und damit für Anlagen, die jemand anders in seiner Landschaft duldet.