Projekte, in denen Familien, Paare, Einzelpersonen und alte Menschen im selben Haus wohnen, entstehen meist aus einer nüchternen Beobachtung: Eine Wohnung mit vier Zimmern für eine Person allein ist eine Verschwendung, ein junges Paar mit Kind sucht genau diese Wohnung.
Erfolgreiche Projekte trennen streng zwischen Privatem und Gemeinsamem. Jede Wohnung hat Küche und Bad. Geteilt werden Räume, die selten gebraucht werden: Waschküche, Werkstatt, ein Zimmer für Gäste, ein Saal für Feste.
Der schwierigste Teil ist nicht die Architektur, sondern die Organisation. Wer entscheidet über Anschaffungen, wer reinigt den Gemeinschaftsraum, was gilt bei Lärm? Projekte, die diese Fragen vor dem Einzug schriftlich klären, überleben die ersten zwei Jahre deutlich häufiger.
Verbreitet ist eine falsche Erwartung. Ein solches Haus erzeugt keine Freundschaft auf Bestellung. Was es erzeugt, ist Begegnung: Man sieht sich, man hilft beim Tragen, man merkt, wenn jemand drei Tage nicht erscheint.
Ökonomisch profitieren beide Seiten. Ältere Bewohnerinnen bleiben länger selbständig, weil Unterstützung nah ist. Familien erhalten Betreuung in Notlagen. Beides senkt Kosten, die anderswo entstehen würden – nur tauchen diese Einsparungen in keiner Rechnung des Hauses auf.
Der Grund, warum solche Projekte selten sind, liegt darum nicht an der Nachfrage. Er liegt darin, dass ihre Vorteile in anderen Budgets erscheinen als ihre Kosten.