In mehreren Kantonen wurde darüber abgestimmt, ob das Stimmrecht auf sechzehn Jahre gesenkt werden soll. Ein Kanton hat es eingeführt, andere haben es abgelehnt, und die Argumente wiederholen sich in jeder Debatte.
Dafür spricht, dass Entscheide über Klima, Vorsorge und Bildung vor allem jene betreffen, die am längsten damit leben müssen. Wer mit sechzehn eine Lehre beginnt, Steuern zahlt und strafrechtlich verantwortlich ist, gilt in vielen Bereichen als erwachsen genug.
Dagegen wird eingewendet, politische Urteilsfähigkeit brauche Erfahrung. Kritiker verweisen zudem auf das passive Wahlrecht: Man dürfte wählen, aber nicht gewählt werden, was eine schwer erklärbare Trennung erzeugt.
Die Erfahrungen aus Ländern mit Stimmrecht ab sechzehn sind aufschlussreich. Die Beteiligung der Jüngsten liegt zunächst über jener der Zwanzigjährigen – offenbar, weil man mit sechzehn noch in der Schule sitzt und dort auf die Abstimmung vorbereitet wird.
Genau daran knüpft ein pragmatischer Vorschlag an. Ohne politische Bildung im Unterricht bleibe eine Senkung Symbolik; mit ihr entstehe eine Gewohnheit, und Gewohnheiten prägen die Beteiligung stärker als jedes einzelne Argument.
Bemerkenswert ist am Ende die Nebenwirkung der Debatte selbst. In mehreren Gemeinden haben Jugendparlamente an Bedeutung gewonnen, auch dort, wo die Vorlage abgelehnt wurde. Die Frage war gestellt, und sie liess sich nicht einfach zurücknehmen.