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Der lange Atem einer Rösterei

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Der lange Atem einer Rösterei

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Nadia Belmonte hat ihr Logo in zehn Jahren dreimal ändern lassen, ein Detail, über das sie selbst lachen kann. Wichtiger sei, was dahinter stehe: Ihre Rösterei am Bahnhof kauft den Rohkaffee seit 2019 direkt bei einer Plantage im kolumbianischen Hochland.

Das ist kostspielig, und die Menge, die sie abnehmen kann, bleibt limitiert. Die Konkurrenz arbeitet mit Grosshändlern und senkt die Preise, wann immer sie will. „Man wirft uns vor, wir seien spekulativ und viel zu risikofreudig“, sagt Belmonte. „Dabei ist das Gegenteil der Fall: Wir sind restriktiv, wo andere wachsen.“

Die Zahlen des letzten Quartals geben ihr allerdings nur teilweise recht. Der Umsatz beginnt zu stagnieren, das Geschäft mit Restaurants ist rückläufig. Einen nennenswerten Rückgang im Laden gibt es zwar nicht, doch die Lebenshaltungskosten ihrer Kundschaft werden sich erhöhen, davon geht sie aus: nominell verdient eine Familie mehr als vor drei Jahren, real weniger.

Was sie beschäftigt, ist nicht die Stagnation selbst, sondern ein schleichender Verlust an Aufmerksamkeit. „Wenn drei grosse Ketten in jedem Quartal eine Neuheit ins Regal stellen, wirkt Beständigkeit langweilig.“ Raffgier will sie niemandem unterstellen, aber die Rentabilität stehe in dieser Branche über allem.

Perspektivisch setzt Belmonte auf etwas, das sich schlecht in Tabellen fassen lässt: Resilienz. Ein potentiell schlechtes Erntejahr träfe eine Rösterei ohne feste Partner härter als sie, und potenzielle Kundinnen, die einmal verstanden haben, warum ein Kilo bei ihr mehr kostet, kommen wieder.

Wer kann sich leisten, zehn Jahre zu warten?“, fragt sie und antwortet selbst: „Sich etwas leisten zu können heisst in meinem Beruf vor allem, nicht jedem Trend folgen zu müssen.“ Die Treue zur Plantage, glaubt sie, werde sich auszahlen für beide Seiten.

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