Vereine, Feuerwehren, Elternräte und Kommissionen tragen einen erheblichen Teil des öffentlichen Lebens, ohne dafür bezahlt zu werden. Die Zahl der Stunden ist über die Jahre erstaunlich stabil geblieben. Verändert hat sich, wie sie geleistet werden.
Die klassische Form – ein Amt über acht Jahre – findet immer schwerer Leute. Angebote, die zeitlich begrenzt sind, finden dagegen problemlos Freiwillige: ein Projekt über drei Monate, ein Anlass, eine Aufgabe mit klarem Anfang und Ende.
Der Grund liegt nicht in fehlender Bereitschaft, sondern in Lebensläufen, die weniger planbar sind. Wer nicht weiss, wo er in zwei Jahren arbeitet, sagt bei einem Vorstandsamt lieber nein – und fühlt sich dabei schlecht.
Vereine, die darauf reagiert haben, machen drei Dinge ähnlich. Sie beschreiben Aufgaben schriftlich mit Stundenzahl, teilen grosse Ämter in kleine, und sie fragen direkt und persönlich statt über einen Aufruf an alle.
Heikel ist die Nähe zur bezahlten Arbeit. Wo der Staat Aufgaben auf Freiwillige verlagert, weil das Budget fehlt, entsteht kein Gemeinsinn, sondern eine Einsparung. Freiwilligkeit trägt zusätzliche Dinge, keine Grundversorgung.
Was am Ende überzeugt, ist selten das Argument. Es ist die Erfahrung, dass zwei Stunden pro Monat sichtbar etwas verändern – und dass jemand am Ende danke sagt, in einem Raum, in dem andere zuhören.