In mehreren Kantonen beginnt das Schuljahr mit offenen Stellen. Kurzfristig werden Personen ohne Diplom angestellt, Klassen vergrössert oder Stunden auf bestehende Teams verteilt. Das funktioniert, aber es funktioniert auf Kosten derselben Leute.
Die Ursachen liegen tiefer als eine Pensionierungswelle. Ein erheblicher Teil der Ausgebildeten arbeitet Teilzeit oder verlässt den Beruf in den ersten fünf Jahren. Befragungen nennen selten den Lohn an erster Stelle, sondern Belastung, Erwartungen von Eltern und fehlende Zeit für den Kern der Arbeit.
Genau dort setzen wirksame Massnahmen an. Schulische Sozialarbeit, administrative Entlastung, Teamteaching in schwierigen Klassen und eine verlässliche Begleitung im Berufseinstieg. Das kostet Geld, aber weniger als ein Abbruch nach drei Jahren Ausbildung.
Quereinsteigende können helfen, wenn die Ausbildung zur Vorbildung passt. Wo ein Programm nur Löcher füllt, entstehen Abbrüche und Überforderung. Wo es sorgfältig begleitet wird, bringen die neuen Personen Berufserfahrung in ein Klassenzimmer.
Ein Blick auf die Struktur zeigt ein Paradox. Kleine Pensen wirken familienfreundlich, erzeugen jedoch Aufwand: Absprachen, Übergaben, mehr Personen pro Klasse. Schulen, die in grösseren, planbaren Pensen denken, berichten von stabileren Teams.
Der Mangel ist damit weniger ein Rekrutierungs- als ein Bindungsproblem. Wer dafür sorgt, dass Leute bleiben, braucht am Ende weniger neue – eine Rechnung, die in jedem Beruf gilt.