Regionale Zeitungen verschwinden oder werden zusammengelegt. Die Gründe liegen nicht am Interesse der Leserschaft, sondern am Geschäftsmodell: Die Werbung, die früher Redaktionen finanzierte, ist zu den grossen Plattformen abgewandert.
Die Folgen zeigen sich zuerst im Kleinen. Wenn niemand mehr an der Gemeindeversammlung sitzt, bleibt ein Beschluss unbeobachtet. Studien aus verschiedenen Ländern beschreiben, dass ohne lokale Berichterstattung die Beteiligung an Wahlen sinkt und die Kosten der Verwaltung steigen.
Vorgeschlagen werden verschiedene Wege. Bezahlschranken funktionieren bei überregionalen Titeln besser als bei kleinen. Stiftungen finanzieren einzelne Redaktionen. Und es gibt staatliche Förderung, etwa verbilligte Zustellung, was jedoch die Frage der Unabhängigkeit aufwirft.
Genossenschaften sind ein weiterer Versuch. Leserinnen und Leser zahlen einen Beitrag und erhalten Mitsprache über die Ausrichtung. Das schafft Bindung, aber auch ein Risiko: Ein Blatt, das seine Zahlenden nicht enttäuschen darf, berichtet möglicherweise vorsichtiger.
Unbestritten ist der Kern. Journalismus kostet Zeit, weil Recherche Zeit kostet. Ein Text, der drei Wochen Arbeit braucht, ist für kein Modell billig, und genau solche Texte fehlen zuerst, wenn gespart wird.
Die Frage lautet darum nicht, wie Zeitungen gerettet werden, sondern wie eine Gesellschaft die Kontrolle ihrer eigenen Institutionen finanziert. Auf diese Frage hat bisher niemand eine vollständige Antwort.